Equinox mit Julia

Julia, Augsburg 2017

Über mein Langzeitprojekt EQUINOX und meine erste Zusammenarbeit mit Julia bei der dieses Projekt mit angeschoben wurde.

Wer länger nicht hier war wird feststellen das vieles hier komplett umgekrempelt ist, Design und Inhalt – doch darüber werde ich bald einen eigenen Blogbeitrag machen. Lieber rede ich über Bilder, und daher stelle ich eines meiner Langzeitprojekte vor, auch weil ich gerade aktuell wieder daran arbeite: EQUINOX.

Die Idee zu EQUINOX enstand nicht von vornherein (vom Namen ganz zu schweigen) sondern im Laufe der Zeit. Mehrere Jahre hatte ich immer mal wieder die herbstlichen bunten Farben für eher stille, leicht melancholische Portraits genutzt. Die warmen Herbstfarben in der Natur harmonieren mit der Farbe gebräunter Haut – weswegen ich später auch gerne etwas mehr Richtung Sensual gegangen bin. Nicht ganz einfach, denn im Gegensatz zu den Farben war die Luft Ende Oktober / Anfang November leider oft alles andere als angenehm, speziell zur Zeit des Sonnenunterganges, wenn das Licht am passendsten ist. Aber die meisten Modelle waren im Nachhinein froh, sich ein bisschen gequält zu haben.

Irgendwann überredete mich dann ein Model, Ende Februar Outdoorportraits zu machen. Ich war skeptisch, das Wetter kann für ein Shooting in der Zeit der reinste Horror sein. Doch wir hatten Glück, die Sonne war da, der Boden trocken – und die Bilder sahen fast noch wärmer aus wie die Herbstbilder: Boden, Bäume, Gräser, alles in einem blassen Braunton gehalten, von der tiefstehenden Sonner ausgeleuchtet. Und vielen Betrachtern der Bilder fiel der Unterschied nicht auf, ziemlich oft hörte ich ‚ach, ich dachte das Bild ist im Herbst gemacht‘.

Uhm, ok dachte ich und fing dann auch im März an, Bilder auf Herbst-Art zu machen. Auch wenn die Farbstimmungen ähnlich sind, die Natur ist es nicht, der Wald ist noch laublos, kahl, düsterer von der Stimung, aber nicht notwendigerweise auch vom Licht. Feine Aststrukuren und knorrige alte Bäume bieten zum Teil surreale Lokations. Eigentlich ist es einfacher im Frühjahr zu arbeiten, wenn nicht da auch das Wetter ein Problem wäre. Drei Tage wolkenlos und mild, aber kein Model weit und breit aber dann ein Shooting vereinbart und es schüttet wie aus Eimern, man versinkt im Morast, oder es schneit gerade nochmal runter. Jedes Jahr auf’s Neue ein neuer Planungsalptraum, aber dennoch ein schöner Start in die Outdoorsaison wenn es denn mal klappt.

2017 hat es besonders gut geklappt als ich das erste Mal mit Julia in Augsburg arbeiten konnte. Sie hat, wie viele Osteuropäerinnen, ein sehr schönes Posing, Anmut und dabei einen sehr sinnlichen Ausdruck. Wir harmonierten von Anfang an blendend und ich bin an dem Nachmittag mit einer ziemlich vollen Speicherkarte nach Hause, obwohl das Shooting als kurzes ‚after-work‘ angesetzt war.

Eine kleine Sub-Serie dieses Nachmittags bebildert diesen Beitrag. Julia musste zuletzt leider etwas kürzer treten, aber ich hoffe sehr, dass ich sie eines Tages wieder vor die Linse bekomme.

Dieser Nachmittag hat mich jedenfalls endgültig angefixt, die Arbeiten zu einer eigenständigen Serie aufzubauen und irgendwann auch zu einem Buch zusammenzufassen. Aktuell ist es noch zu früh und ich werde sicher noch 1-2 Jahre an EQUINOX arbeiten. Eine kleine Galerie mit einigen Beispielen findet ihr aber bereits hier. Gerade letzte Woche war ich wieder mit einem anderen Model unterwegs und sicher sind auch wieder im Herbst zumindest 2 Shootings geplant. Eines davon auf dem berühmten Ahornboden. Wer also selbst gerne mal Bilder in diesem Stil für sich haben möchte (egal ob Fashion Portrait oder Sensual), meldet Euch rechtzeitig!

Ach ja: Und der Name EQUINOX? Nun ja, den hab ich mir erst vor ein paar Wochen überlegt, als dieses Homepage-Design so langsam online ging und ich auch meine Projekte vorstellen wollte. Raus kam ein typischer Name wie ihn sich nur ein Physiker ausdenken kann. Aber er passt gleichermaßen für Frühjahr und Herbst – es ist die Bezeichnug für den Moment an dem Tag und Nacht im Jahr gleichlang sind – Tagundnachtgleiche. Aber EQUINOX klingt viel cooler, oder?